In Bad Vöslau befindet sich das Naturdenkmal "HANSYBACH". Dieses
Schneckenreservat (das erste seiner Art überhaupt) soll 3
Wasserschneckenarten schützen, die nur im Vöslauer Thermalbad sowie in
einem Teil des durch unseren Ort fließenden, Hansybach genannten
Rinnsales, vorkommen. Es handelt sich dabei um Relikte aus dem Tertiär,
die (außer in Bad Fischau) nirgends mehr vorkommen. Der Grund für ihr
Auftreten ist die leicht erhöhte Temperatur des Wassers der Vöslauer
Quelle. Wegen dieser doch weltweiten Besonderheit wurden die
entsprechenden Areale zum Naturdenkmal erklärt. Diese
Schneckenreservate sind die ersten und bisher einzigen derartigen
Schutzgebiete der Erde und ständiges Ziel zahlreicher Malakologen
(Weichtierforscher) aus aller Welt. Bis in unmittelbare Vergangenheit
stand der Beginn des Hansybaches als Wäscheschwemme in Verwendung.
Durch die ganzjährig gleichbleibende Temperatur des Wassers (24° C) war
es in der waschmaschinenlosen Ära ein beliebter Platz, um die Wäsche zu
reinigen. Durch die relativ hohe Strömungsgeschwindigkeit (20l/sec)
wurden die Schnecken durch die Waschmittel nicht geschädigt. Heute
befindet sich nahe des Stadtzentrums von Bad Vöslau ein kleines
Informationshäuschen. Über Stufen gelangt man zur ehemaligen Schwemme
und zu den Schnecken.
Die Quellenschnecke "Bythinella parreissii" 0,8 mm lang und 0,5
mm breit, kommt ausschließlich in diesen Quellen vor. Sie lebt im
feinen Sand des Baches und kann auf Grund ihrer geringen Größe nur
durch Sieben angesehen werden. Die Thermal-Schwimmschnecke "Theodoxus
prevostianus", 5 mm lang und 7 mm, breit ist das zweite Relikt aus dem
Tertiär (70 Millionen - 600.000 Jahre) , aus einer Zeit also, in der
die Durchschnittstemperaturen wesentlich höher waren. Daher können
diese Formen nur in den warmen Abflüssen von Thermen leben. Die
Kronenschnecke "Fagotia acicularis audebartii" 15 mm hoch und 5 mm
breit, ist ebenfalls eine Thermalschnecke, deren nächste Verwandte nur
in den warmen Regionen der Erde leben.