Die Österreich-Königskerze / Verbascum chaixii subsp. austriacum wurde im August 2011 vorgestellt, die Mehl-Königskerze / Verbascum lychnitis und die Dunkel-Königskerze / Verbascum nigrum im September 2011, die Schaben-Königskerze / Verbascum blattaria im September 2011 und im Juni 2005. Auf Detailmerkmale der Gewöhnlich-Königskerze / Verbascum phlomoides, der Großblüten-Königskerze / Verbascum densiflorum, der Kleinblüten-Königskerze / Verbascum thapsus und der Pracht-Königskerze / Verbascum speciosum wurde im Oktober 2011 hingewiesen.
Bild 1: Verbascum speciosum x cf. phlomoides_Riegeläcker_03.Juli 2009
Bildtext 1: Drei blühende Pflanzen aus der Population von hochwüchsigen Königskerzen mit ästigem, blütenreichem Blütenstand, dazu vertrocknete Reste der Vorjahrespflanzen.

Bild 2: Verbascum speciosum x cf. phlomoides_Riegeläcker_03.Juli 2009
Bildtext 2: Im Hintergrund Behaarung der Blattflächen, oben an der Oberseite, unten an der Unterseite. Im Kreis Querschnitt durch das Blatt: dichte Behaarung an Ober- und Unterseite (Aufnahmen vom Herbarbeleg am 23.09.2011). Ein Stück des kantigen Stängels unterhalb des Blütenstandes: Blätter sitzend, geöhrt, die Ränder der Öhrchen frei, nicht am Stängel herablaufend.


Bild 4: Verbascum speciosum x cf. phlomoides_Riegeläcker_4. Juli 2009
Bildtext 4: Sechs Blüten, die Merkmale von Verbascum speciosum und von V. phlomoides zeigen: Blüte 1 (sehr ähnlich V. speciosum): die 5 Staubfäden sind in der Länge nur geringfügig unterschiedlich, etwa gleich dicht behaart, die Staubgefäße an den untersten (geringfügig längeren) Staubfäden sind kurz und laufen nicht an den Staubfäden herab. In Blüte 6 (ähnlich V. phlomoides) sind die beiden unteren Staubfäden deutlich länger, durchgehend aber etwas lockerer behaart, die Staubbeutel sind größer und laufen ein kurzes Stück an den Staubfäden herab. Die längeren Staubfäden in Blüte 5 tragen Staubbeutel, die kurz sind und laufen nicht herab. Die Blüten 2, 3 und 4 zeigen weitere Merkmalskombinationen.

Bild 5: Verbascum speciosum x cf. phlomoides_Riegeläcker_4. Juli 2009
Bildtext 5: Zwei Pflanzen aus der Population der vermutlichen Hybriden in einer Brache 1,8 km südöstlich der Kirche von Gainfarn

Eine weitere Überprüfung des Sachverhaltes war heuer leider nicht mehr möglich, da die Population erloschen war. In der Brache hatten Gräser und Waldreben den Boden so dicht bedeckt, dass die Keimung der Königskerzensamen wohl gänzlich verhindert worden war, da Königskerzen Pionierpflanzen und Lichtkeimer sind. (Vgl Verbascum blattaria im Juni 2005 )
Bild 6: Verbascum phlomoides_Wiese Jakobusheim_21. Juni 2011
Bildtext 6: Auch auf oft gemähten Wiesen können sich Königskerzen zwischen zwei Rasenpflegemaßnahmen zur Blüte entwickeln. Zur Samenreifung ist es allerdings nicht gekommen. Durch das regelmäßige Mähen im Vorjahr konnte sich wohl nur eine bescheidene Rosette bilden, die im Folgejahr nur einen für diese Art unterdurchschnittlich hohen Blühtrieb ermöglichte.

Bild 7: Verbascum phlomoides_Böschung an der Flugfeldstraße_23. Juli 2005
Bildtext 7: Auf Flächen, die nicht regelmäßig gemäht werden, können hingegen die Königskerzen beachtliche Höhen und prächtige Blütenstände entwickeln.

Bild 8: Verbascum phlomoides_bei der Sandgrube im Manhartstal_31. Juli 2011

Bild 9: Verbascum phlomoides_beim Lagerhaus, Kottingbrunn_29. Juni 2011
Bildtext 9: Haufen aufgeschütteten Materials sind ideale Standorte für Königskerzen, wo ihre Samen ohne große Konkurrenz keimen können. Schnell werden Rosetten gebildet, aus denen im zweiten Jahr die Blühsprosse geschoben werden. Nach der Samenreife sterben die Pflanzen ab. Neben den Königskerzen stehen zwei Pflanzen der Kugeldistel / Echinops sphaerocephalus; auch sie haben meist einen zweijährigen Entwicklungszyklus.

Bild 10: Verbascum phlomoides_beim Lagerhaus, Kottingbrunn_27. & 28.September 2011
Bildtext 10: Drei Monate später: Die meisten Pflanzen aus dieser Population auf den abgelagerten Haufen aus Erde, Sand und Schotter sind abgestorben, einzelne bilden noch schwache herbstliche Blühtriebe aus, zahlreiche Rosetten sind die Grundlage für eine prächtige Königskerzenflur im kommenden Jahr - vorausgesetzt, das Material bleibt weiterhin liegen.

Bild 11: Verbascum phlomoides_Riegeläcker_15. August 2009
Bildtext 11: Bei diesen beiden Pflanzen wurde durch die Beschädigung des Leittriebes die Ausbildung eines breiten Blütenstandes aus zahlreichen Ästen ausgelöst.


Bild 13: Verbascum phlomoides_Schweizerwiesen_3. Oktober 2006
Bildtext 13: Auf einer Pferdeweide östlich der Bahn: Die Königskerzen wurden von den Tieren offensichtlich gemieden. Was die Tiere dazu veranlasst hat, konnte nicht geklärt werden werden (Geruch? Behaarung? ...?). An einigen Pflanzen können wir eine herbstliche Zweitblüte beobachten, zwischen den abgestorbenen und absterbenden Königskerzen einige Rosetten.


Bild 15: Verbascum thapsus_Harzberg_29. Juni 2003
Bildtext 15: Schlagfläche und Brache nach dem Bau des Hochbehälters auf dem Harzberg: Hier entwickelte sich ein bunte Pflanzengesellschaft. Neben der Kleinblüten-Königskerze blühten u.a. zahlreiche Österreich-Königskerzen / Verbascum chaixii subsp. austriacum und in großer Menge das Ochsenauge / Buphthalmum salicifolium. Inzwischen verdrängen Gräser, Brombeersträucher und zunehmend auch junge Schwarz-Föhren immer mehr diese und andere bunt blühenden Arten.

Bild 16: Verbascum thapsus_Vöslau_11. Juli 2007
Bildtext 16: Auch an Wegrändern, wie hier am Weg hinter der Gärtnerei Chwala von der Bahnstraße zur Breyergasse, können Kleinblüten-Königskerzen bis 2m hohe Kerzen aufrichten.

Bild 17: Verbascum densiflorum_Weg von der Gainfarner Kirche zur Helenenhöhe_30. Juni 2008
Bildtext 17: Nach der Rodung eines Gehölzsaumes traten für ein Jahr in großer Zahl Großblüten-Königskerzen auf, die meisten mit unverzweigtem Sprossaufbau, einzelne mit zahlreichen Bereicherungstrieben.

Bild 18: Verbascum densiflorum_Berggasse_5. Juli und 14. August 2005
Bildtext 18: Auch an diesem ungünstigen Standort zwischen Betonsockel und Pflasterbelag kann die Großblüten-Königskerze blühen und eine imposante Höhe erreichen.

Bild 19: Verbascum densiflorum_Gmöslweg_12. Oktober 2008
Bildtext 19: Nasse und frische Böden, wie sie entlang des Gmöselweges noch vorhanden sind, wären ungünstige Voraussetzungen für das Keimen, Wachsen, Blühen und Fruchten der Großblüten-Königskerze. Aufgeschüttetes Material schuf dafür auf einer der Wiesenparzellen vorübergehend günstige Bedingungen.
